IMMIGRA in Merzig

„Entdecke deine Chancen – Potentiale beruflicher Integration im ländlichen Raum“, lautet das Motto der ersten Merziger IMMIGRA, die am Dienstag, 05. November in der Stadthalle stattfindet.

IMMIGRA Merzig

 

  • Wie kann ich mich beruflich weiter qualifizieren?
  • Wie kann ich meine im Ausland erworbenen Abschlüsse anerkennen lassen?
  • Wie kann ich mich selbständig machen?
  • Wie kann ich deutsche/r Staatsbürger/in werden?
  • Wo kann ich Deutsch lernen?

Antworten auf diese und ähnliche Fragen werden von 9 bis 16 Uhr von Fachleuten beantwortet. Einige Merziger Arbeitgeber werden sich auch vorstellen.

 

 

„Es würde mich sehr freuen, wenn viele Frauen den Weg in die Stadthalle finden und sich dort über die Angebote, die sich teilweise direkt an Migrantinnen richten, informieren. Damit auch Mütter die Möglichkeit haben die IMMIGRA zu besuchen, wird von 9 bis 13 Uhr die Kinderbetreuung angeboten.“, sagt Gülseven Karaoglu, Vorsitzende der Frauengruppe der grünen Moschee in Merzig.

Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen in der Landeshauptstadt Saarbrücken, wird nun zum ersten Mal eine „IMMIGRA vor Ort“ stattfinden. Das Konzept wurde vom Zuwanderungs-und Integrationsbüro und der Forschungs- und Transferstelle Gesellschaftliche Integration und Migration GIM entwickelt. Bürgermeister Manfred Horf freut sich, dass Merzig erster Veranstaltungsort für das neue Konzept „IMMIGRA vor Ort“ geworden ist:

„Das ist ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des im letzten Jahr verabschiedeten kommunalen Integrationskonzeptes! Durch die IMMIGRA wird Merzig als Ort der Vielfalt repräsentiert.  Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger die 1. IMMIGRA zu besuchen!“, betont der Bürgermeister.

Eines der wichtigsten Ziele des Integrationskonzepts ist die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am öffentlichen Leben in der Kommune, die auch durch die Integration in den lokalen Arbeitsmarkt erreicht werden soll.IMMIGRA Merzig 2

Migranten in Parlamenten?!

Am 25. Mai 2014 finden im Saarland die Kommunalwahlen statt. Um darauf aufmerksam zu machen, dass in den kommunalen Parlamenten proportional immer noch zu wenige Frauen sitzen, ist in diesen Tagen eine öffentliche Kampagne gestartet worden.  Träger sind LAG Kommunale Frauenbeauftragte, die Ministerpräsidentin, das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, DGB, Konrad Adenauer Stiftung.  20 Prozent sind zu wenig! Bei ca. 50 % Anteil an der Gesamtbevölkerung.

Weniger als wenig

Gleichzeitig beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in vielen kommunalen Parlamenten 0 %. So wie in der Landeshauptstadt Saarbrücken, in der mehr als ein Drittel der Einwohner einen Migrationshintergrund (per gesetzlicher Definition) hat. Wie es in anderen Kommunen im Saarland aussieht, hat noch niemand untersucht.

Platz 1 unter den deutschen Städten mit etwas höherer Repräsentation der eingewanderten Bevölkerung, nämlich 16 % bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 42 %, belegt Frankfurt. Laut der Studie „Vielfalt sucht Rat“ aus dem Jahr 2011 folgen Stuttgart, Offenbach, Duisburg, Ulm… Viele Städte haben gar keine Migranten im Parlament, darunter auch Mannheim und Ingolstadt, in denen ca. 40% aller Bürger einen Migrationshintergrund haben. Und eben Saarbrücken!

Ob die kommenden Wahlen als Chance genutzt werden, um die viel beschworene Integration der Einwanderer zu fördern? Vielleicht erscheinen demnächst auch Großflächenplakate mit der Aufschrift: „In vielen kommunalen Parlamenten beträgt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund 0 %. Das ist weniger als wenig!“ Finanziert von der Integrationsbeauftragten, der Ministerpräsidentin, dem Ministerium für Soziales, DGB und vielen Stiftungen.

 

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