Hand in Hand

IMG_2551„Wir erleben die Vielfalt als wertvolle Bereicherung für das Leben in unserer Stadt und setzen jetzt kurz vor Weihnachten mit der Demonstration „HAND IN HAND FÜR VIELFALT“ ein ruhiges, aber kraftvolles Zeichen! Gerade jetzt, wenn so viele Menschen aus den Krisengebieten der Welt bei uns Zuflucht suchen, wünschen wir uns für Alt-Saarbrücken und für ganz Saarbrücken eine Kultur der Gastfreundschaft und des guten Miteinanders“, hieß es in dem Aufruf des Arbeitskreises Alt-Saarbrücken und des Projektes „Begegnung wagen und vertiefen“ in Alt-Saarbrücken.
IMG_2583Trotz des schlechten Wetters kamen ca. 800 Menschen vor die Ludwigskirche. Die Schirmherrin Oberbürgermeisterin Charlotte Britz war darüber sehr glücklich. Der Vorsitzender der DITIB Gemeinde Saarbrücken, Ismail Yigit, erzählte von den Ängsten, die muslimische Bürger in heutiger Zeit haben, ausgegrenzt zu werden, weil Extremisten weltweit den Islam für ihre politischen Ziele missbrauchen. Eugen Roth, Chef des saarländischen Gewerkschaftsbundes zitierte den gleichnamigen Dichter: „Ein Mensch fühlt oft sich wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt.“
Nach kurzem Programm bewegte sich der Demonstrationszug in Begleitung der Polizei durch die Straßen von Alt Saarbrücken und endete gegen 19 Uhr wieder vor der Ludwigskirche.

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Bei der zur gleichen Zeit vor dem Saarbrücker Schloss abgehaltenen „Mahnwache“ der saarländischen NPD versammelten sich nur wenige Teilnehmer.

 

 

 

Mit Laternen für die Vielfalt

„Wir erleben die Vielfalt als wertvolle Bereicherung für das Leben in unserer Stadt und wollen noch kurz vor Weihnachten ein Zeichen für die Vielfalt setzen! Deswegen machen wir die Demonstration „HAND IN HAND FÜR VIELFALT“!Hand in Hand lila

Entsprechend der besonderen Jahreszeit soll es ein ruhiges, aber kraftvolles Zeichen sein.

hand in Hand für VielfaltLASSEN AUCH SIE ZU DER MUSIK UND TANZ IHRE „VIELFALT-LATERNE“ LEUCHTEN! Gerade jetzt, wo so viele Menschen aus den Krisengebieten der Welt bei uns Zuflucht suchen, wünschen wir uns für Alt-Saarbrücken und für ganz Saarbrücken eine Kultur der Gastfreundschaft und des guten Miteinanders“, heißt es in dem Aufruf des Arbeitskreises Alt-Saarbrücken und des Projektes „Begegnung wagen und vertiefen“ in Alt-Saarbrücken.

Prominente Unterstützung bekommt diese Demonstration von der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz.

 

Vielfalt im Dienste der Stadt

 

Eine Rede anlässlich der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt für die Stadt Saarbrücken und letzte Handlung als stellvertretende Sprecherin des Integrationsbeirats der Stadt (2009-2014). Von Sadija Kavgić

„Vor etwa 15 Jahren war ich in Hong Kong – eine Stadt, in der die ganze Welt zu Hause ist. Ich gönnte mir ein Möwenpick Eis inklusive einem herrlichen Blick über die Stadt. In einem „small talk“ erzählte mir der Mensch hinter der Theke, dass er aus Holland ist, aber jetzt auf seinem Berufsweg eine Station in Hong Kong macht. Das erheiterte mich noch mehr – eine Firma, die ihre Mitarbeiter um die ganze Welt herum schickt, um das Beste von Ihnen zu fördern! Und, eine Stadt, die für alle diese Weltenwanderer offen und dadurch so großartig ist.

Dass genau die Vielfalt das ist, was die Welt, das Leben und den Erfolg so umfassend schön macht, erfahren auch viele deutsche Unternehmen. Dank Firmen wie Daimler, Siemens, Telekom, Deutsche Bank, Airbus, Volkswagen, Bayer, Lufthansa, SAP und vielen anderen ist  Deutschland eins der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt. Und genau diese Firmen sind darauf gekommen, eine Charta der Vielfalt ins Leben zu rufen oder sie zu unterschreiben!

So heißt es darin: „Wir können wirtschaftlich nur erfolgreich sein, wenn wir die vorhandene Vielfalt erkennen und nutzen.“

Was hat das mit Saarbrücken zu tun? Nun leben in Saarbrücken etwa 180.000 Menschen, davon sind etwa 100.000 Menschen zwischen 25 und 65 Jahre alt; 92.000 sind Frauen; vermutlich 160.000 heterosexuell. Einige Menschen haben körperliche oder seelische Beeinträchtigungen. 130.000 sehen sich als Christen und ungefähr genauso viele sind Deutsche. Menschen aus fast allen Ländern der Welt leben hier, darunter  3.900 Italiener,  2.500 Franzosen und 2.300 Türken… Unglaublich vielfältigJ! Der Anteil der Haushalte mit Migrationshintergrund ist mit fast 40 % in Saarbrücken doppelt so hoch, wie im bundesdeutschen Durchschnitt. Auch bei der Zusammensetzung der Einwohner nach sozialen Milieus ist Saarbrücken einzigartig! Mit einem Trend aufwärts ist hier die Gruppe der sogenannten urban orientierten kreativen Milieus mit einem Anteil von 20 % stark vertreten. Und genau diese Gruppe, sagen die Experten, kann die Grundlage für einen positiven Entwicklungstrend dieser Stadt bilden.

Charta1Da dachten wir uns, vom Integrationsbeirat (der ja gerade neu gewählt wurde), jawohl, die Charta der Vielfalt ist genau das, was der Stadt Saarbrücken als Leitfaden weiter helfen kann. Wir fragten nach, beim Behindertenbeirat, beim Frauenbüro, beim Seniorenbeirat, beim Zuwanderungs- und Integrationsbüro. Alle finden es sinnvoll! Die Mehrheit der politischen  Parteien und fast der ganze Stadtrat befürworten und beauftragten die Unterzeichnung der Charta. Das ehrt sie. Keineswegs ist es so, dass die Grundsätze, die in der Charta festgeschrieben sind, der Stadt Saarbrücken fremd sind. Es heißt aber nun, die Bemühungen zu verstärken!

So heißt es dort z.B.: wir werden ein „Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Religion, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung usw… „

Was bedeutet es aber noch, wenn die Oberbürgermeisterin die Charta der Vielfalt für diese Stadt jetzt unterzeichnet?

Das bedeutet, dass sich die Stadt selbst verpflichtet, im Rahmen dieser Charta, unter anderem,

  • Personalprozesse zu überprüfen und sicher zu stellen, dass diese den vielfältigen Fähigkeiten und Talenten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie dem Leistungsanspruch gerecht werden.
  • die Vielfalt der Gesellschaft innerhalb und außerhalb der Organisation anzuerkennen, die darin liegenden Potenziale wertzuschätzen und für sich gewinnbringend einzusetzen.

Das heißt zum Beispiel, dass nicht die berühmte „kurze Wege“ im Saarland, die Nähe zu einer Partei oder eine deutsche Schullaufbahn allein,  bei Neuanstellungen entscheidend sein sollen.

Vor einiger Zeit musste ich beim Bürgeramt etwas erledigen. Ich zog meine Nummer und wartete. Als ich dann an die Reihe kam, wartete hinter dem Schreibtisch ein Mitarbeiter auf mich. Ein Mensch, der etwas schrill aussah. In seinem Ohr hatte er einen dicken schwarzen Ring, quer in sein Ohrläppchen eingesetzt. Seine Fingernägel waren schwarz lackiert. Es war nicht nur die Tatsache, dass er mein Anliegen gut erledigt hat, die mich in dem Moment glücklich gemacht hat. Nein, es war genau die Erheiterung, die ich damals in Hong Kong gespürt habe über die Vielfalt der Welt, die nun auch in unsere Stadtverwaltung so mutig Einzug hält. Das gibt einem Menschen das Lebensgefühl, hier gerne zu sein und beflügelt ihn, sich selbst auch gerne einzubringen.

Ich freue mich, dass die Stadt Saarbrücken nun einen weiteren, wichtigen Schritt in diese Richtung macht und damit Vorbild für das ganze Saarland wird! Um es mal an die neueste Saarland Marketing Kampagne anzuknüpfen: auch im Kleinen kann etwas Großes entstehen!“

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