Die Juden und die graue Banane

„Ah Oma, bitte nicht! Nicht jetzt! Ich will schlafen!“ Hilft nichts. Sie ist schon da. Sichtlich aufgeregt: „Niemand kann doch ruhig schlafen, wenn Schwachköpfe so ein dummes Zeug in die Welt setzen.“, schimpft sie. „Oma, lass mich doch bitte schlafen.“ „Du musst was dagegen tun!“ „Oma, daran kann ich nichts ändern.“ „Versuch es. Schreib was!“, lässt sie sich nicht besänftigen. Auch im Jenseits ist meine Oma eine harte Kämpferin!

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Einst ein stolzes Heim, heute zerstört und verlassen, Jugoslawien ab 1990

So sitze ich jetzt um 3 Uhr morgens hinter meinem Schreibgerät. Die Begegnung, über die meine Oma so aufgebracht war, ereignete sich am späten Nachmittag, als ich auf dem Weg zu einer Veranstaltung war. Nachdem ich erwähnt hatte, dass ich gelegentlich meinen ursprünglichen Beruf als Journalistin ausübe und mich mit Politik beschäftige, wollte mein Gesprächspartner wissen, was ich denn von der jetzigen Situation halte. Seiner Meinung nach ist dies alles ein großer Weltkampf gegen den Islam.

Diese Überzeugung teilen einige Menschen bosnischer Herkunft, die 1991 bis 1995 aus ihrer Heimat vertrieben wurden und eine Zuflucht in Deutschland gefunden haben. Sie mussten um ihr Leben fliehen, nur weil sie von serbischen und kroatischen Nationalisten als Muslime festgeschrieben wurden. Dass die meisten damals mit Religion nichts am Hut hatten, spielte für die kriegsdurstigen Nationalisten keine Rolle. Nun ist das einst universalistisch angelegte Jugoslawien verschwunden und Bosnier versuchen sich in einer neuen Identifikation zurecht zu finden. Wie viele andere Jugoslawen auch können sie sich ihren Bruderkrieg schwer erklären. Auf der Suche nach dem Warum finden manche, die sich dann als besonders aufgeklärt wähnen, Antworten in den zahlreichen Verschwörungstheorien. Damit glauben sie, in die höheren geheimnisvollen Sphären der Weltpolitik durchgedrungen zu sein. So einer stand jetzt vor mir.

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Die Reste einer Moschee in der bosnischen Stadt Foča, gesprengt 1992

Ich startete einen Versuch: „Sieh mal, ich glaube wir sollten unseren Blick etwas schärfen. Aus Verzweiflung möchten viele Menschen heute Bosnien verlassen und nach besseren Perspektiven suchen. Keiner aber sehnt sich danach, nach Saudi Arabien auszuwandern, alle würden lieber gen Westen gehen. Warum? Saudi Arabien verurteilt Menschen zu 10 Jahren Haft und 1.000 Peitschenhieben, wenn sie behaupten, dass jeder Mensch gleich ist, egal ob er Muslim, Christ oder Atheist ist. Wir sind so nicht aufgewachsen. – Dort dürfen Frauen nicht wählen, kein Auto fahren, nicht alleine reisen. In Ägypten sind 90 % der Frauen beschnitten!!!…“
„Ich meine aber nicht diese kulturellen Sachen, sondern Finanzen“, unterbrach mich mein Gesprächspartner und schleuderte mir ungeduldig die große Wahrheit entgegen: „Saudi Arabien wird von Juden regiert!“
Upps! Das haute mich um. Ich war überrumpelt, stotterte: „…aber der saudische König, Mekka…?“
„Von Juden und von Amerika! Aber die Juden verlassen jetzt Amerika, verkaufen ihre Fabriken und entlassen Mittarbeiter und nehmen ihren ganzen Reichtum mit nach Israel. Du siehst ja, wie lange Israel schon Palästina bombardiert. Sie wollen Palästina vernichten.“
„Du weißt aber sicher, dass auch Juden in Palästina leben? Wie es auch israelische Araber gibt. Wenigstens Wikipedia müsste man lesen, um einige Fakten zu kennen!“

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Das Gedenkbuch für die 12.000 ermordeten bosnisch-herzegowinischen Juden (1941-1945) in der Synagoge in Sarajevo, gebaut 1580

Fakten interessieren ihn aber nicht. „Schon seit 5.000 Jahren regieren 5 Familien die ganze Welt!!!“
„Warum haben sie dann erlaubt, dass fast alle Juden vernichtet wurden?“, fragte ich.

„Weil auch Hitler ein jüdisches Produkt ist. Ich lebte ja länger in Zagreb und dort…“
Nun wurde ich ungeduldig: „In Kroatien haben sie auch fast alle Juden umgebracht, und in Bosnien gibt es kaum noch Synagogen oder andere Erinnerungen an sie!“
„Aber nein, in Zagreb gibt es noch Juden“, entgegnete er, und mir kam es so vor, als würde dahinter noch ein „leider“ schwingen. Ich beeilte mich wegzukommen. Hinter mir hörte ich seine Stimme noch behaupten: „… und die Nato ist eine Privatfirma. Sie schützt das Kapital dieser Familien…“

Wenig später saß ich bei dieser Veranstaltung mit dem Thema „Theoriegeladene Wahrnehmung: Wie Vorurteile beeinflussen, was wir sehen“. Vorurteile? Zugegeben, wir, die in Jugoslawien aufgewachsen sind, lernten tatsächlich, dass Religion Opium für das Volk ist. Wirkt denn Opium so auf die Menschen? Ich erinnere mich an eine Phase in meinem Leben, in der ich auch versuchte, diesen unfassbaren jugoslawischen Krieg und andere Weltgeschehnisse mit ähnlich irrsinnigen Theorien zu erklären. Macht Opium, dass Menschen so ratlos werden? Und sich so einen Wahn-Sinn aneignen?

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Die Reste einer serbisch-orthodoxen Kirche in der bosnischen Stadt Jajce, gesprengt 1992

Frau Dr. Eva Schmidt von der Universität des Saarlandes, die den Vortrag hielt, beschäftigte sich jahrelang mit menschlichen Wahrnehmungen. Mittlerweile hat die Wissenschaft bewiesen, was der Volksmund schon lange wusste: Nicht immer soll man den eigenen Augen trauen! Denn zu dem, was wir sehen oder erleben, gesellen sich fast gleichzeitig unsere Vor-An-Nahmen und verfälschen unser Wahrnehmungsurteil. Gutes Beispiel ist eine Studie mit einer grauen Banane. Egal wie grau die Banane tatsächlich gewesen war, die Betrachter hatten immer das Gefühl, sie sei gelb! In etwa so, wie viele lieber glauben die Juden seien an allem Übel der Welt schuld, als sich mit Fakten auseinanderzusetzen. Oder so, wie viele Muslime das Saudi Arabien erleben: Sie sehen, dass da einiges schlecht läuft, glauben aber trotzdem, dass dort alles heilig und unantastbar sei.

In solchen Fällen nutzt es nichts, den Menschen mit Argumenten entgegenzutreten, sagt die Wissenschaft. Aber was können wir denn tun, um zu vermeiden, dass bei der Urteilsfindung die Vorurteile, die wir haben, Einfluss nehmen?
Die Wissenschaft rät: sich dem Zeitdruck zu entziehen und Bauchentscheidungen zu vermeiden; persönliche Kontakte mit Menschen aufzunehmen; sich mit positiven Geschichten zu beschäftigen; sich egalitäre Ideale und Einstellungen (Gerechtigkeit, Gleichheit, Freiheit) bewusst zu machen.

Das beruhigte mich. Damit lässt sich doch eindeutig besser leben, als mit diesen
abge-(wr)(f)(k)-ackten, seit 2016 Jahren existierenden antisemitischen Verschwörungen. Niemand kann sich seiner persönlichen Verantwortung entziehen. Es hängt von unserem Engagement ab, von jedem Einzelnen von uns, die Welt besser zu machen als sie ist. Mit oder besser noch ohne Opium.

So Oma, und jetzt lass uns noch ein wenig schlafen!

Großmufti und Goldfisch

Boris Dezulovic

Boris Dežulović, Star-Kolumnist der Jugo-Region

Von Boris Dežulović

Vor ein paar Tagen rief um mich zwei Uhr nachts mein Freund Kožo an, um mir einen Witz zu erzählen. So ist er, ruft in tiefster Nacht aus der Kneipe an, um einen Witz zu erzählen.

„Ein Großmufti (=islamischer Rechtsgelehrter und regionaler Amtsleiter) fing einen goldenen Fisch. Der bat ihn, wie in diesen Geschichten üblich, ihn loszulassen, dafür würde er ihm zwei Wünsche erfüllen. „Ich wünsche“, er sah sich vorsichtig um und flüsterte dem Fisch zu, „kein Großmufti mehr zu sein.“ „Kein Problem, nichts leichter als das“ sagte der Goldfisch und nahm den Koran aus seinen Händen. „Was?! Bin ich jetzt kein Großmufti mehr?“, rief er überrascht. „Nee“, erwiderte der kleine Fisch. „Und welcher ist dein zweiter Wunsch?“ „Mein zweiter Wunsch ist“ antwortete er kurzerhand, „dass ich einen Palast ganz aus Gold habe, teure Autos, schöne Frauen und massenhaft Geld, ohne irgendwas zu arbeiten!“ „Fuck!“ fluchte das Fischlein und gab ihm den Koran zurück. „Wieso veräppelst du mich?“

Der erzählte Witz ist gemäß Auslegungen der Wächter des Islams ein klassisches Beispiel der Islamophobie und damit eine passende Einführung in unsere heutige Predigt. Also Islamophobie. Sind die Witze über doppelmoralische Großmuftis und Imame wirklich islamophob? Die Wächter der politischen Korrektheit würden sagen, dass sie geradezu ein Musterbeispiel für Stereotype (=Klischee = Vorurteil) sind. Was ist aber, wenn der goldene Fisch nicht da ist? Sind die Sachen ohne den Goldfisch komischer? Wo nämlich hört der Witz auf und wo fängt dieses, wie sagt man, Stereotyp an?

Lasst uns zusammen die Zeitungen der letzten Tage durchstöbern. In der Predigt zum Opferfest vor ein paar Tagen hat sich ein Imam aus Jemen zum Problem der sexuellen Belästigung der Kinder in den Provinzgemeinden geäußert und eiskalt erklärt, dass Vergewaltigung für minderjährige Kinder weitaus kleinere Traumata darstellten, als die Scheidung der Eltern. Der jemenitische Imam hat zwar betont, dass es nicht gerade schön ist, wenn islamische Lehrer Kinder vergewaltigen. Gleichzeitig mahnte er auch an zu bedenken, dass diese Kinder zu Hause keine Liebe finden. Diese suchten sie dann bei ihren Lehrern und führten sie so in Versuchung. „Ein solches Kind ist verloren“, sagte der Imam, „und zieht dann auch andere Personen mithinein.“

Stunden des Googelns

Nur wenige Wochen zuvor schockte der Präsident des mehrheitlich muslimischen Indonesiens Susilo Yudhoyono die Welt, in dem er das elfjährige Mädchen, das von ihrem Stiefvater vergewaltigt wurde,  öffentlich für ihren Entschluss lobte, das dabei gezeugte Kind zu gebären. „Ich habe den Gesundheitsminister gebeten, sich persönlich um ihre Gesundheit zu kümmern“, sagte Präsident Yudhoyono und der Minister tat es: das Mädchen wurde nach der Geburt ohne Einwilligung seiner Eltern sterilisiert! Diese schockierende Geschichte aus Indonesien kam nur ein paar Tage nachdem ein Scheich aus Katar erklärt hat, dass es „ein schlimmeres Verbrechen als die Vergewaltigung der kleinen Mädchen durch ihre Religionslehrer, ist, wenn diese Mädchen danach abtreiben.“

Die Lage der Frauen in der islamischen Welt beleuchtet auch die Nachricht aus dem saudischen Al Bahaha, wo ein Religionslehrer in seiner Ramadan-Predigt die sexuelle Gewalt entschuldigt hat. Er fragte öffentlich: „Wie oft sehen wir junge Frauen, die in provokativer Kleidung rumspazieren? Sie wecken in den Männern die schlimmsten Instinkte, die am Ende in sexueller Gewalt resultieren. Sie selbst sollten tief in ihr Gewissen reinschauen und sich die Frage stellen: haben wir das nicht selbst gesucht?“, sagte er und versäumte nicht über die Frauen zu schimpfen „die ihre Häuser nicht putzen und ihren Männern kalte Speisen vorsetzen.“

Goldfisch Blubber aus der Plakataktion des Integrationsbeirats Saarbrücken /Agentur Maksimovic

Goldfisch Blubber aus der Plakataktion des Integrationsbeirats Saarbrücken /Agentur Maksimovic

Zielscheibe der rechtgläubigen Muslime sind aber nicht nur die einheimischen Frauen: kürzlich hat die Religionspolizei im iranischen Mashhad eine Fremde verhaftet, weil sie sich offenen Gesichtes auf der Straße zeigte; einer französischen Schwangeren erging es viel schlechter – sie verlor in Teheran ihr Baby, weil sie von einer Gruppe Männer verprügelt wurde, nur weil sie keinen Hijab (= Körperbedeckung für Frauen, regional unterschiedlich) trug.

Nur eine Sache ist in der islamischen Welt noch schlimmer, als eine Frau zu sein: eine Christin zu sein.

Die Regierung im Iran veröffentlichte neulich, dass „ein Al-Qaida-nahestehender Soldat“ verhaftet wurde, während er sich darauf vorbereitete, an Maria Himmelfahrt einen Anschlag auf die Katholiken in der Kathedrale der Mutter Gottes in Urmia, im Norden des Landes zu verüben.

Ein paar Wochen vorher haben die Machthaber in Ägypten ein hochstehendes Mitglied der „Muslimischen Brüder“ verhaftet, der in seinem Wagen dreitausend mit Benzin getränkte Bibeln hatte, um sie öffentlich zu verbrennen. Am gleichen Tag meldeten Medien, dass bei der Kommunalwahl im Süden der Türkei der Kandidat der radikalen islamischen Nationalfront gewonnen hat, der wegen seines Einsatzes für das Verbot der christlichen Gotteshäuser und seiner Aussage, dass christliche Prozessionen „Okkupation der Türkei“ sind, bekannt wurde.

Die Zielscheiben der islamischen Religionsführer sind natürlich nicht nur Christen. Ein Imam in den Vereinigten Arabischen Emiraten hat neulich, anlässlich des Jahrestags der Befreiung von Auschwitz, behauptet, dass „der Holocaust eine jüdische Lüge ist“ und ein anderer im Libanon, erschien aus dem gleichem Anlass zum Freitagsgebet mit einer Hakenkreuzarmbinde.

Und das alles nur in den letzten Monaten!

Reichen diese zufälligen Beispiele, nach nur einer halbe Stunde Googeln aus, um festzustellen, dass der Islam eine rückwärtsgewandte Religion ist? Oder, um die Frage umzuformulieren, wie viele Stunden des Googelns sind nötig, damit hunderte ähnliche Geschichten und Beispiele nicht als Stereotypen gesehen werden, sondern als ernste Argumente?

Wenn es sich, sagen wir, um Beispiele aus der westlichen Welt handeln würde, hätten die Muslime dann das Recht zu behaupten, dass der katholische Glauben rückwärtsgewandt und primitiv sei? Machen wir ein kleines Experiment: anstatt Imame und Scheichs, lassen wir sie Bischöfe und Priester sein und dann sehen, wie sich das Bild über den Katholizismus in die Vorstellungen der fortschrittlichen westlichen Welt einfügt. Können Sie sich beispielsweise vorstellen, dass sich zum Problem der sexuellen Gewalt an Kindern statt des jemenitischen Imams, ein europäischer Erzbischof geäußert und behauptet hat, dass eine Vergewaltigung für minderjährige Kinder weniger traumatisch sei als die Scheidung der Eltern? Sie werden überrascht sein: dieser Satz hat gerade der polnische Erzbischof Jozef Michalik gesagt.

Wie auch alle andere Sätze bisher, habe ich sie, aus Experimentzwecken, in den Mund islamischer Religionsführer gelegt. Der Reihe nach: das elfjährige Mädchen, das ohne Einwilligung der Eltern sterilisiert wurde, nachdem sie sich entschlossen hatte, das Kind zu gebären, das während der Vergewaltigung durch den Stiefvater gezeugt wurde, wurde öffentlich vom Präsidenten des katholischen Chile, Sebastian Pinera, gelobt, nachdem er den Gesundheitsminister gebeten hatte, sich um ihre Gesundheit zu kümmern; dass es „noch schlimmer als die Vergewaltigung der Mädchen durch ihre Religionslehrer ist, wenn diese Mädchen abtreiben“, sagte der mexikanische Erzbischof Fabio Martinez Castilla; und sexuelle Gewalt entschuldigte der italienische Priester Piero Corsi  aus San Terenzo mit den Worten, dass sich Frauen, die in Männern die schlimmste Instinkte wecken, selbst fragen sollten, ob sie das nicht selbst gesucht haben. Er schimpfte noch über die Frauen, die „ihren Männern kalte Speisen vorsetzen.“

Der Stereotyp ist der Teufel

Gehen wir weiter: die Unglückliche wurde nicht von der Polizei im iranischen Mashhad verhaftet, weil sie öffentlich mit offenem Gesicht spazierte, sondern von der französischen Polizei in Lavalle, weil ihr Gesicht – bedeckt war. Noch schlimmer ist es der Schwangeren, die ihr Baby verlor, ergangen: aus gleichem Grund wurde sie von tollwütigen Männern getreten – mitten in Paris.

Geht’s noch? Der Idiot, der die drei tausend heiligen Bücher verbrennen wollte ist klar, kein Mitglied der Muslimischen Brüder: die dreitausend Korane wollte der amerikanischer Pastor Terry Jones verbrennen. Die Kommunalwahl, bei der die Nationalfront gewonnen hat, war nicht in der Türkei, sondern in Frankreich: die Präsidentin dieser Partei, Marine Le Pen, hat muslimische Straßengebete mit einer „Okkupation Frankreichs“ verglichen. Aus dem gleichen Land ist auch der Typ, der vor hatte, am Tag des Opferfestes die überfüllte Moschee in Lyon während der Feier in die Luft zu sprengen.

Der Religionsführer der behauptet, dass der „Holocaust eine jüdische Lüge ist“, ist eigentlich der polnische Bischof Taeusz Pieronek, ehemals enger Mitarbeiter des Papstes Johannes Paul II., und der, der die Messen mit einem Hakenkreuz hält, ist der italienische Priester Angelo Idi aus Vigevana.

Und das alles nur in den letzten Monaten!

Letztlich, der Priester, der am Anfang den Goldfisch gefangen hat, war gar kein Großmufti, sondern ein Bischof.

Ich sage es euch, der Teufel ist der Stereotyp.

 

Der Schriftsteller, Kolumnist und Journalist Boris Dežulović wurde 1964 in Split geboren.  Bekannt wurde er als Mitbegründer der Satirewochenzeitung Feral Tribune, die im ganzen jugoslawischen Raum Kultstatus genießt. Dežulović ist  ständiger Kolumnist verschiedener Medien in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Serbien. Er veröffentlicht Romane und politisch-satirische Gedichte; in deutscher Übersetzung sind „Gedichte aus Lora“, Drava Verlag Klagenfurt und die Erzählung „Die Bakterie“ in der Anthologie Kein Gott in Susedgrad, Schöffling & Co. erschienen. Sein Sciencefiction Roman „Christkind“ über die Zeitreise und ethischen Dilemmas über die mögliche Ermordung Adolf Hitlers als  Baby wurde 2003 veröffentlicht. Seit 2005 lebt er in Belgrad.

Übersetzung: Sadija Kavgić-van Weert

Willkommen im Friedenszelt

Friedensgebet 2013 SaarbrückenSein Zelt war nicht groß, aber nach allen Seiten hin offen um Wanderer aus allen Himmelsrichtungen einzuladen. Die Gastfreundschaft und die Bereitschaft, in Fremden Freunde zu vermuten, waren seine Lebensprinzipien. So war Abraham, der gemeinsame Stammvater von Juden, Christen, Muslimen, Aleviten, Baha’i…

Um an diese Erzählung zu erinnern fand das alljährliche Friedensgebet der Religionen in Saarbrücken am vergangenen Sonntag unter einem Zeltdach auf den Saarwiesen am Staatstheater statt. Mit Texten, Gebeten und Liedern gestalteten die Kirchen und Religionsgemeinschaften, die im Arbeitskreis „Interreligiöser Dialog Saarbrücken“ aktiv sind, eine gemeinsame Feier. Es spielte das „Duo Ambiente“.Friedensgebet Saarbrücken 2013

Der sogenannte „Interreligiöser Dialog“ ist ein Zusammenschluss von Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Saarbrücker Stadtratsfraktionen, der Verwaltungsspitze und interkultureller Institutionen. Siehe auch das Video 

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