Klarsfeld vs. Röchling

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Beate Klarsfeld in Saarbrücken

„Hm… Wie viele Schilder sind es denn?“, wollte Beate Klarsfeld wissen, nachdem sie um einen Rat, wie sich die Menschen gegen die Röchlings-Namensschilder-Plage im Saarland wehren könnten, gebeten wurde.

Unkonventionelle Methoden bei den Problemlösungen sind für Beate Klarsfeld nichts Neues. International bekannt wurde sie 1968, nachdem sie auf dem Bundesparteitag der CDU den Vorstandstisch stürmte und den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger mit den Rufen „Nazi! Nazi!“ ohrfeigte.  Kiesinger war seit 1933 NSDAP-Mitglied und aktiver Mitgestalter der NS-Zeit. Dies blieb nicht die einzige mutige Tat in ihrem Engagement bei der Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechern. Zusammen mit ihrem Ehemann Serge entlarvte sie die Nazis Kurt Lischka, Alois Brunner, Klaus Barbie, Ernst Ehlers, Kurt Asche und andere, die bis dahin unbehelligt weiter leben konnten. Dafür scheute sie nicht davor zurück, gegen die geltenden Gesetze zu verstoßen.

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Der Andrang in der Politischen Akademie der Stiftung Demokartie Saarland (SDS) war groß

So begab sie sich 1991 auf der Suche nach Eichmann-Stellvertreter Alois Brunner, dem die Ermordung von 130.000 Juden in deutschen Konzentrationslagern angelastet wird, nach Damaskus mit gefälschtem Reisepass. Mehrfalls im Leben wurde sie verhaftet. Im Jahr 2012 war sie Kandidatin für die Partei Die Linke für das Amt der deutschen Bundespräsidentin. Sie unterlag Joachim Gauck, dem gemeinsamen Kandidaten der SPD, CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen.

Aimg_9556m 19. September 2016 war Beate Klarsfeld zu Gast bei der Politischen Akademie der Stiftung Demokratie Saarland (SDS) und brach alle Besucherrekorde. Ihre „Erinnerungen“ waren am Bücherstand schnell verkauft. Eine andere Publikation, die sie zusammen mit dem Marpinger Autor Eberhard Wagner 2013 herausgegeben hat,  ist allerdings in der Politischen Akademie der SDS immer noch kostenlos erhältlich. Das Buch heißt:  „Du hast mich nicht vergessen, hoffe ich! – Liebesbriefe aus dem Wartesaal zum Tod“.  Es handelt sich um die  Briefe von Charlotte Minna Rosenthal, die sie von Januar bis August 1942 aus den Internierungslagern Gurs und Brens in Frankreich an ihren Geliebten Rudolph Lewandowski geschrieben hat.

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