Landesaufnahmestelle oder Lager?

IMG_9752Wie sieht die Bilanz der saarländischen Asyl- und Flüchtlingspolitik aus? Das wollten der Verein „Ramesch“ und seine Partner, der Integrationsbeirat Saarbrücken und der Saarländischer Flüchtlingsrat, herausfinden und versammelten mit Unterstützung der Stiftung Demokratie in ihrem Haus in Saarbrücken sehr viele Akteure, die sich in irgendeiner Weise damit beschäftigen.

Es gibt viele Menschen, die aus verschiedenen Gründen in ihren Ländern verfolgt werden und sich deshalb entscheiden, ein Asyl zu suchen. Bis September schafften es in diesem Jahr 1.611 Menschen, einen Asylantrag im Saarland zu stellen. Und während die Not der Menschen, auch angesichts der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen und des kommenden Winters, einen sicheren Zufluchtsort zu finden immer größer wird, lassen es unsere Landesregierung und ihre Ministerien langsam angehen.

IMG_9754„Ich halte es für absolut schändlich, dass seit einem Jahr die Unterbringung der Flüchtlinge auch in den Kommunen stattfindet und die Landesverwaltung es noch nicht geschafft hat, die Zahl der Integrationslotsen von 5 zu erhöhen“, bemängelte Guido Freidinger, Leiter des Saarbrücker Sozialamtes. „Und während in den Schulen sich Lehrer und Leiter alleine und zum Teil auch ehrenamtlich um die neuangekommenen Schüler kümmern, hat unser Bildungsministerium noch nicht mitbekommen, dass es da etwas zu tun gibt.“

Adoula Dado, die Vorsitzende des Ezidischen Vereins im Saarland bat eindringlich darum, nicht zu vergessen, dass auch hier über das Überleben der Menschen entschieden wird:
“Es sind Menschen, die glücklich wären dem Tod zu entgehen und Ihnen ist erstmal egal wo und wie sie untergebracht werden, auch wenn sie zu zehnt in einem Raum schlafen müssten.“

Die Situation ist aber so, dass es unmöglich ist, wie Rechtsanwalt Peter Norbert betonte, auf legalem Wege nach Deutschland zu kommen und Asyl zu suchen. Vieles wird unternommen, um das Kommen zu erschweren. Selbst für die Kriegsflüchtlinge, für die der Staat sich selbst bereit erklärt sie zu empfangen. So hatte sich zum Beispiel das Saarland selbst bereit erklärt, 62 zusätzliche Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, wenn ihre, hier lebenden Verwandten für sie die Krankenversicherung bezahlen. Nur 7 konnten diese Bedingung erfüllen. Jetzt wird diese Bedingung aufgehoben.IMG_9708
Diejenigen, die es trotz aller Hindernisse bis hierher schaffen, sind meistens junge Menschen, die stark motiviert sind sich für ihre Zukunft hier zu engagieren. Viele sind schon sehr gut qualifiziert und brauchen nur gute Deutschkurse. Um die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kümmert sich beispielhaft das Jugendamt. Dank persönlichem Engagement von Uschi Biedenkopf und Mirko Engel lässt man hier keine wertvolle Zeit verstreichen, um diesen jungen Menschen eine gute Bildung zu ermöglichen.

Karin Schmitz-Meßner, Leiterin der Staatshoheitsangelegenheitenabteilung des saarländischen Innenministeriums

Karin Schmitz-Meßner, Leiterin der Abteilung für Staatshoheitsangelegenheiten des saarländischen Innenministeriums

Diese nötige Flexibilität zeigt die Landesverwaltung leider nicht. Sie verweist auf die mangelnde finanzielle Unterstützung des Bundes für die Kommunen und wartet auf die Ausschreibung eines EU-Projekts, um die Finanzierung von 3 weiteren Integrationslotsen zu beantragen. Auf Initiative der Innenministerin Monika Bachmann wurde im Juli eine Arbeitsgruppe „Unterbringung und Integration“ gegründet, die jetzt im Oktober einen Handlungsleitfaden noch beraten und vorschlagen soll.
Was die für das Ausländerrecht zuständige Abteilungsleiterin im Innenministerium, Karin Schmitz –Meßner, aber in Rage bringt, ist, wenn die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge „Lager Lebach“ genannt wird. Wegen schlechter Assoziationen. Dass aber, wie einige Teilnehmer bemerkten, die Landesregierung und ihre Verwaltung zu wenig tun um dortige Lebensbedingungen anders aussehen zu lassen und zum Beispiel wenigstens die Lebensmittelpakete-Versorgung abschaffen, brauchen sie sich auch nicht über diesen allgemein verbreiteten Begriff aufzuregen.

In Fachkreisen wird diese Einrichtung, in der einige Flüchtlingsfamilien länger als zehn Jahren leben müssen, sogar LAST Lager (LandesAufnahmeSTelle) genannt.

Flüchtlingsunterkünte in Lebach

Flüchtlingsunterkünte in Lebach

 

Benefiz für MiNET Mentoring

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Tombola für den guten Zweck

Über 150 Gäste sind der Einladung zum Benefizabend für das Mentoring Netzwerk für Migrantinnen, MiNET Saar gefolgt. Sie haben amit die Finanzierung bis zum Ende des Jahres 2014 gesichert:

Dr. Annette Keinhorst, Leiterin der FrauenGenderBibliothek Saar

Dr. Annette Keinhorst, Leiterin der FrauenGenderBibliothek Saar

 

 

“Wir haben uns riesig über die vielen Gäste gefreut, denn dank ihnen, dank der tollen Künstlerinnen, dem leckeren Büffet, dass von MiNET Teilnehmerinnen zubereitet war und der Tombola unserer SponsorInnen, war der Abend ein voller Erfolg. Jetzt kann MiNET weiter wachsen und gedeihen…”, sagt Dr. Annette Keinhorts, Leiterin der FrauenGenderBibliothek Saar.

Sängerin und Songschreiberin Mellika Meskine und Jazz-Pianist Manuel Krass

Sängerin und Songschreiberin Mellika Meskine und Jazz-Pianist Manuel Krass

 

 

Alice Hoffman und Bettina Koch mit neuem Kabarettshow "Die Ähn + das Anner"

Alice Hoffman und Bettina Koch mit neuem Kabarettshow “Die Ähn + das Anner”

 

 

 

Sie war es die diese Idee des Mentoring Netzwerks im Jahr 2011 aus Dänemark nach Saarbrücken brachte. Ein Jahr später wurden mit Unterstützung von Veronika Kabis, der Leiterin des Zuwanderungs- und Integrationsbüros- ZIB und Petra Messinger, der Leiterin des Frauenbüros der Landeshauptstadt schon die ersten Tandems gebildet.

 

 

 

Ein Tandem besteht jeweils aus einer Mentorin und einer Migrantin. Sie legen sich gemeinsam ein Ziel fest und arbeiten ein Jahr zusammen. Migrantinnen finden sich auf diese Weise schneller in der Gesellschaft zu Recht. Die Mentorinnen lernen andere Kulturen und Mentalitäten kennen.

Ruby Camelo ersteigerte das vor Ort entstandene Kunstwerk der Künstlerin Annette Orlinski. Hier mit Rei Castillo

Ruby Camelo ersteigerte das vor Ort entstandene Kunstwerk der Künstlerin Annette Orlinski. Hier mit Rei Castillo

Das Programm hat bisher 60 Teilnehmerinnen und 20 aktive Tandems. Interessierte können sich bei der FrauenGenderBibliothek weiter informieren. Weitere Fotoeindrücke hier:

Orientalischer Markt

Eine bunte, leckere, süße und diesmal auch heiße Angelegenheit: Orientalischer Markt in Saarbrücken Burbach!

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Einige Fotoeindrücke…

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