A Romale, A Chavale (Gelem, gelem)

Eine zentrale Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas ist erst 2012 in Berlin eingeweiht worden.

Eine zentrale Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas ist erst 2012 in Berlin eingeweiht worden.

Heute, am 08. April ist der internationale Tag der Roma. Ein Lied hat besondere Bedeutung für die Roma. „Gelem, gelem“ wurde beim ersten Weltkongress der Roma 1971 zu der internationalen Hymne der Roma erklärt. Während die Melodie traditionell ist, wurde der Text dazu 1969 von Žarko Jovanović verfasst. Darin ist die Vertreibung und Ermordung der Roma durch die Eliteeinheit  der kroatischen Faschisten, die sogenannte „schwarze Legion“ im zweiten Weltkrieg beschrieben. Auch in Deutschland wurden Sinti und Roma verfolgt und ermordet.IMG_9132 Es ist keine genaue Zahl der ermordeten Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus ermittelt worden, die Schätzungen gehen von bis zu eine Million Menschen.IMG_9135  IMG_9164     IMG_9147  IMG_9166 IMG_9140

Eine zentrale Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wurde erst 2012 in Berlin eingeweiht. IMG_9159IMG_9161

Seit mehr als 1000 Jahren sind die Roma Bestandteil der europäischen Zivilisation. Heute leben in Europa zwischen zehn bis zwölf Millionen Roma. Neun von zehn Angehörigen dieser größten europäischen Minderheit leben in Armut, ohne Chance, ihr zu entkommen. Die Menschenrechtsorganisationen warnen, dass in einigen mittelosteuropäischen Ländern eine “existenzgefährdende Ausgrenzung der Roma” erreicht ist. Berichte über gewaltsame Übergriffe häufen sich. Amnesty International sieht die Rechte der Roma auch in westeuropäischen Ländern massiv verletzt und gibt der Politik eine Mitschuld. So werden zum Beispiel in Deutschland die antiziganistische Straftaten nur pauschal unter Hasskriminalität erfasst. Die Antirassismusrichtlinie der EU verpflichtet jedoch die Staaten, unter anderem gegen rassistische Gewalt vorzugehen.

Das Lied (aus 1969):

Romani:                                                                         Deutsch (Übersetzung Sadija Kavgic):

Gelem, gelem, lungo dromensa                     Ich ging, ich ging die langen Wege,

Maladilem bahtale Romensa                        und traf glückliche Roma,

A Romale katar tumen aven,                         O, Ihr Roma, woher seid ihr,

E tsarensa bahtale dromensa?                      mit euren Zelten an glücklichen Wegen.

A Romale, A Chavale                                    O, Roma, o, ihr Kinder!

 

Vi man sas jek bari familiá,                          Einst hatte ich große Familie,

Murdadas la e kali legiya                             die schwarze Legion ermordete sie.

Aven mansa sa lumniake Roma,                    Kommt mit mir, ihr Roma der ganzen Welt!

Kai putaile e romane droma                         Für Roma sind die Wege jetzt offen.

Ake vriama, usti Rom akana,                        Jetzt ist die Zeit, steht auf ihr Roma,

Men khutasa misto kai kerasa                      Wir werden groß werden,

                                                                     wenn wir uns nur bemühen

A Romale, A Chavale                                  O Roma, o, ihr Kinder!

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