SaarBahnKulturReise nach Saargemünd

Kann man heutzutage noch für € 20 hin und zurück ins Ausland fahren, sich dort ein Theaterstück anschauen und Spaß haben? Zu fünft?

Ein Mann aus Saarbrücken traute sich, fuhr mit 3 Frauen nach Saargemünd, ging ins Theater und kam mit 10 Frauen daraus. Eine Foto-Geschichte nach einer wahren Begebenheit:

10 Jahren ZIB

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Auf den Tag genau am 15. März feierte  das Team des Zuwanderungs- und Integrationsbüros der Stadt Saarbücken sein zehnjähriges Bestehen. Die Leiterin Veronika Kabis und der zuständige Dezernent Kajo Breuer bedankten sich bei zahlreichen Partnern für die tatkräftige Unterstützung bei Durchführung der gesetzten Ziele. Zu diesem Anlass wurde auch erstmalig die neue Handbroschüre mit wichtigen Adressen der ZIB-Netzwerkpartner in der Stadt vorgestellt: „Wir arbeiten daran, dass Saarbrücken ein freundlicher Ort des Zusammenlebens ist und bleibt.“, heißt es darin. Die Broschüre ist kostenlos im Rathaus erhältlich.

Wer keinen Pass hat ist ein Hund?

“Der Paß ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Man kann sagen, der Mensch ist nur der mechanische Halter eines Passes. Der Paß wird ihm in die Brusttasche gesteckt wie die Aktienpakete in das Safe gesteckt werden, das an und für sich keinen Wert hat, aber Wertgegenstände enthält.

Und doch könnte man behaupten, dass der Mensch in gewisser Hinsicht für den Paß notwendig ist. Der Paß ist die Hauptsach, Hut ab vor ihm, aber ohne dazugehörigen Menschen wäre er nicht möglich oder mindestens nicht ganz…”

Einst der begehrtester Reisepass der Welt. Heute wertlos, weil staatenlos

Einst der begehrteste Reisepass der Welt. Heute wertlos, weil staatenlos

Zitat aus “Flüchtlingsgesprächen” von Bertolt Brecht, geboren 1898 in Augsburg, gestorben 1956 in Berlin. Schon 1933 flüchtete er aus Deutschland ins Exil.

Warum rührt mich dieses Zitat? Nun, weil ich auch selbst Flüchtling bin.

Aber warum jetzt? Es fallen mir einige mögliche Gründe ein: 1. weil mich die Geschichte mit den armen rumänischen Arbeitern am Bostalsee erschüttert. 2. weil ich nach 20 Jahren leben in Deutschland keine politischen Rechte habe – die kann ich nur dann bekommen, wenn ich einen deutschen Pass habe und den kann ich nicht bekommen. 3. weil der lange Winter mein Optimismus eingefroren hat?

“Flüchtlingsgespräche” hat Brecht in den frühen vierziger Jahren geschrieben. So unterhielten sich zwei aus Deutschland Vertriebene am Hauptbahnhof von Helsinki über die internationale Lage und die eigene Situation. “Wer keinen Pass hat, ist ein Hund”  ist ein 2004 erschienener Dokumetarfilm von Bruno Moll, in dem gezeigt wird wie die Stimmungslage in der Zeit war,  als Brecht flüchtete und im Exil lebte, und sein damaliges Verhältnis zur Schweiz. Brecht war ein einflussreicher deutscher Dramatiker und Dichter. Seine Werke werden weltweit aufgeführt.

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